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Schule mit Vollpension

Das Angebot der Schule umfasst rund 50 Lehrgänge. Jährlich werden mehr als 6.000 Feuerwehrangehörige ausgebildet. Vielfach dauern die Kurse mehrere Tage, in manchen Fällen auch mehrere Wochen. Und weil bekanntlich die Lernmotivation ganz entscheidend davon abhängt, dass sich der Lehrgangsteilnehmer wohl fühlt, ist natürlich in der Landesfeuerwehrschule für gutes Ambiente gesorgt. Darunter ist das Zusammenwirken der vier wichtigsten "Motivationsfaktoren" zu verstehen: exzellente Schulung, respektvoller Umgang, moderne und gepflegte Räumlichkeiten und nicht zuletzt gutes Essen. So entsteht eine Atmosphäre, für die die gesamte Belegschaft von rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule sorgt:

Der exzellente Unterricht ist Sache der 41 Ausbilder. Er wird entweder in einem der 16 Lernräume mit 20 bis 150 Sitzplätzen oder direkt in den speziellen Übungsräumen (z.B. Strahlenschutz-Übungsanlage oder Chemie-Labor bzw. Übungseinrichtungen in der Übungsanlage) abgehalten. Ob bei technikorientierten oder Laufbahn- Lehrgängen, Fortbildungsseminaren oder Sonderveranstaltungen - jeder der Ausbilder ist auf seinem Gebiet ein ausgewiesener Fachmann.

Respektvollen Umgang pflegen selbstverständlich alle in der Schule - sowohl untereinander als auch vor allem gegenüber den Lehrgangsteilnehmern. Das beginnt für jeden Neuankömmling schon mit der Begrüßung am Empfang durch ein Mitglied der Verwaltungscrew (insgesamt elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter).

Die stets gepflegten Räumlichkeiten sind das Werk des Reinigungsdienstes, der laufend in allen Gebäuden beschäftigt ist. Er sorgt dafür, dass sich gleichzeitig bis zu 200 Lehrgangsteilnehmer in ihren Einzel- und Doppelzimmern wohl fühlen.

Für das gute Essen ist die Küchenmannschaft zuständig. Sie bereitet täglich bis zu 300 Mittagessen. Für all dies stellt das Land jährlich 4,6 Millionen Euro Haushaltsmittel zur Verfügung.

Ausbildung zum Begreifen

Die Überschrift spielt bewusst mit der Doppeldeutigkeit des Wortes "Begreifen". Sie steht auch als gemeinsames Motto über allen Lehrveranstaltungen der Schule. Einerseits vor dem Hintergrund, dass Kenntnisse über Geräte und die Fähigkeiten im manuellen Umgang am besten durch "anfassen" bzw. durch praktische Schulung mit dem betreffenden Gerät gelernt werden. Andererseits bedeutet "Begreifen" auch geistiges Erfassen - die zweite wichtige Komponente des Lernens. Erst das Verstehen, die Antwort auf die Frage "Warum so und nicht anders?" erlaubt es dem Lernenden, seine Kenntnisse unterschiedlichen Situationen anzupassen. Und das ist gerade bei Feuerwehrleuten von enormer Bedeutung. Denn im Einsatz sind sie sehr häufig auf sich allein gestellt. Von ihnen wird erwartet, dass sie eigenverantwortlich handeln. Dazu müssen sie oft in Sekundenbruchteilen entscheiden, was zu tun ist, wie sie angemessen vorgehen.

Die Verbindung von perfekter manueller Beherrschung der Geräte und geistiger Fähigkeit, die augenblickliche Situation richtig einzuschätzen und die Folgen des Handelns im Vorhinein zu erkennen, erlaubt dem Feuerwehrangehörigen fehlerfreies Agieren. Genau an diesem Szenario orientiert die Schule ihr didaktisches Konzept und die Lehrinhalte. Ziel ist es, durch die Betonung des praktischen Vorgehens in jedem Lehrgang die optimale Kombination von praktischen und theoretischen Kenntnissen zu vermitteln und Wissenswertes von unnötigem Ballast zu befreien.

Für Spezialisten, Führungskräfte und Ausbilder

Bekanntlich absolvieren Feuerwehrangehörige ihre Grundausbildung und die Grundlagen-Fachausbildung in ihren Feuerwehren oder bei der überörtlichen Kreisausbildung. Die weiterführende Fach- und Führungsausbildung übernimmt die Landesfeuerwehrschule. Demzufolge erfüllt die Landesfeuerwehrschule Baden- Württemberg für das Land folgenden Lehrauftrag:

  • Aus- und Fortbildung von Führungskräften und Ausbildern
  • Technische Spezialausbildungen für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren sowie der Berufs- und Werkfeuerwehren
  • Aus-und Fortbildung von Leitstellenbedienpersonal für Feuerwehr und Rettungsdienst
  • Ausbildung und Schulung von Führungsgruppen und -stäben
  • Ausbildung im Sinne des übergreifenden Katastrophenschutzes
  • Ausbildung von Jugendleitern für die Jugendfeuerwehr
  • Vermittlung von Fachwissen im vorbeugenden Brandschutz und in der Brandschutzerziehung

Aktiv für den Umweltschutz

Die Vielfalt der Aufgaben der Feuerwehr berührt weite Bereiche des öffentlichen Lebens. Vor allem auf dem Gebiet des Umweltschutzes, beispielsweise im Zusammenhang mit havarierten Gefahrguttransporten, wurde der Schulungsbedarf immer größer. Im Rahmen ihrer Zuständigkeit benötigen Feuerwehren Gefahrstoff- und Strahlenschutzeinheiten, die an der Schule mit dem nötigen Fachwissen, im richtigen Verhalten und im Gebrauch der Ausrüstung vom Schutzanzug bis zum Messgerät unterwiesen werden.

Das nasse Element ist für die Feuerwehr nicht nur zum Löschen da. Bei Unfällen auf Gewässern sind Boote im Einsatz, die von entsprechend ausgebildeten Bootsführern gesteuert werden, und bei Bedarf suchen Feuerwehrtaucher den Grund ab.

Trittstufen der Karriereleiter

Fachliche Kompetenz ist immer die beste Voraussetzung für Erfolg. Das gilt auch für das Feuerwehrwesen. Deshalb bietet die Landesfeuerwehrschule Lehrgänge zur Führungsausbildung an. Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren erhalten die Ausbildung vom Gruppenführer bis zum Feuerwehrkommandanten, als Einsatzleiter oder als Ausbilder auf Gemeindeebene.

Hauptamtlichen Feuerwehrangehörigen bietet die Schule z.B. den Laufbahnlehrgang für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, aber auch den längsten und zugleich äußerst anspruchsvollen Brandinspektorenlehrgang. Wer bei einer Werkfeuerwehr beschäftigt ist, kann einen speziell für Werkfeuerwehren konzipierten Brandmeister-Lehrgang besuchen.

Immer öfter gefragt - Der Katastrophenschutz

Ein gewaltiges Hochwasser, ein schlimmer Orkan oder ein heftiges Erdbeben, ein sehr schwerer Unfall auf der Straße, zu Wasser, in der Luft oder in einer Industrieanlage mit gefährlichen Stoffen sind - ebenso wie etwa die Folgen eines Terroranschlags - Beispiele für Fälle, bei denen der Katastrophenschutz eingreift. Es sind extreme Situationen, in denen die Hilfsorganisationen den Schaden und seine Folgen nur gemeinsam und unter der einheitlichen Leitung der Katastrophenschutzbehörde beheben können.

Die Katastrophenschutzbehörde richtet im Katastrophenfall zur Wahrnehmung ihrer administrativ-organisatorischen Aufgaben einen Verwaltungsstab ein, in dem hochrangige Vertreter der Behörde zeitkritische Verwaltungsaufgaben koordinieren. Zur Erfüllung der notwendigen operativ-taktischen Aufgaben wird ein Führungsstab aus Vertretern der Führungskräfte des Katastrophenschutzdienstes gebildet, der die Einsatzmaßnahmen vor Ort koordiniert.

Zur Schadenbekämpfung vor Ort greift die Katastrophenschutzbehörde auf die Einsatzkräfte des Katastrophenschutzdienstes zurück.

Neben den privaten und öffentlichen Hilfsorganisationen wirken im Katastrophenschutzdienst insbesondere die Feuerwehren in ihren Fachaufgaben Brandschutz, Technische Hilfe und ABC-Schutz mit. Daneben sind sie in vielen Fällen maßgeblich an der Bildung des Führungsstabes beteiligt.

Um sie auf ihre Aufgaben optimal vorzubereiten, bietet die Landesfeuerwehrschule Mitgliedern von Führungsstäben und Mitarbeitern der Behörden, die in einem Verwaltungsstab tätig werden, entsprechende Lehrgänge und Seminare an. Einsatzkräfte, die in den Bereichen ABC-Erkundung und ABC-Dekontamination eingesetzt werden, erhalten durch die Landesfeuerwehrschule eine ebenso fundierte Ausbildung, wie die Kräfte, die vorgesehen sind, nach einem Unfall in der Umgebung einer kerntechnischen Anlage besondere Aufgaben wahrzunehmen.

Da auch im Katastrophenschutz regelmäßige Übungen notwendig sind, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, unterstützt die Landesfeuerwehrschule die Katastrophenschutzbehörden mit einem speziellen Seminar bei der Konzeption und Durchführung von Katastrophenschutzübungen und begleitet die Übungen als Beobachter.

Härtetest für Großschadenereignisse

Was die Feuerwehren im Großschaden- bis hin zum Katastrophenfall zu tun haben, üben sie immer wieder auf Kreisebene oder im Verbund mit Nachbarkreisen. Gerade bei solchen Gelegenheiten müssen die Feuerwehrangehörigen beweisen, was sie auf der Schule gelernt haben, seien es die Spezialisten oder die Führungskräfte.

Ein wichtiger Bereich ist die Fortbildung von Führungskräften. Das Lehrgangsangebot richtet sich hierbei an Gruppenführer, Kommandanten, Kreisbrandmeister, Leiter von Werkfeuerwehren usw. Um die Zusammenarbeit bei den befehlsgebenden Stellen sicherzustellen, sind auch hier Übungen - zumeist als Stabsrahmenübungen anhand von angenommenen Großschadenereignissen, nötig. Zu diesem Zweck treten die organisatorisch-administrativen Stäbe aus hochrangigen Vertretern der zuständigen Behörden mit den taktisch- operativen Stäben, gebildet aus den Führungskräften vor Ort, zusammen. Die Vertreter der Landesfeuerwehrschule unterstützen hierbei als unparteiische Beobachter mit der Aufgabe, Schwachstellen im Management oder der Kompetenzverteilung aufzudecken und in einer sachlichen Manöverkritik darzulegen.