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Frieder Lieb in den Ruhestand verabschiedet
Nach 40 Jahren im öffentlichen Dienst und fast sechs Jahren als Leiter der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg hat der zuständige Staatssekretär Reiner Moser des Innenministerium Frieder Lieb zum 31. Juli 2026 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
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Frieder Lieb übernahm im November 2020 während der Corona-Pandemie die Leitung der LFS als Nachfolger von Thomas Egelhaaf, der als Landesbranddirektor ins Innenministerium wechselte. „Es waren außergewöhnliche Bedingungen zu Beginn meiner Amtszeit. Die Schule war weitestgehend leer, keine Lehrgangsteilnehmenden und kaum Betrieb auf dem Gelände. Die Pandemie zwang uns, auf Sicht zu fahren. Lehrgänge mussten abgesagt, unterbrochen oder völlig neu gedacht werden. Aber gerade in dieser Zeit hat sich gezeigt, was die LFS und die Menschen, die hier arbeiten, auszeichnet: Wir haben nicht nur versucht, irgendwie durch diese Krise zu kommen. Wir haben neue Wege beschritten: Wir haben digitale Formate entwickelt, Abläufe verändert, improvisiert, gelernt und manches schneller umgesetzt, als es unter normalen Umständen möglich gewesen wäre“, erinnerte sich Lieb an seinen Start als Schulleiter.
Auf diese besonderen Herausforderungen der Anfangszeit ging auch die Leiterin der Abteilung 6 – Bevölkerungsschutz, Krisenmanagement und Verfassungsschutz – im Innenministerium Baden-Württemberg, Karin Scheiffele, ein. „Die Leitung einer Landesoberbehörde ist eine sehr vielschichtige und extrem anspruchsvolle Aufgabe. Frieder Lieb hat diese Aufgabe mit sehr viel Herzblut ausgefüllt, für all sein Wirken in Bruchsal möchte ich ihm im Namen des Innenministeriums herzlich danken. Er hat die Leitung der Landesfeuerwehrschule in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie übernommen und in dieser Zeit die Einführung von neuen digitalen Lehrgangsformaten aktiv vorangebracht. Dabei stand für ihn immer der Mensch im Mittelpunkt – Lehrgangsteilnehmende wie Mitarbeitende. Ein besonderes Anliegen war ihm daher auch immer die notwendige Neuausrichtung und Weiterentwicklung dieser wunderbaren Einrichtung, auch dafür meinen herzlichen Dank“, so Karin Scheiffele.
Nach der Ausbildung zum Zimmerer und dem Studium im Bauingenieurwesen absolvierte Lieb seine Ausbildung für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst beim Regierungspräsidium Darmstadt. Im Anschluss wechselte er 1991 zum ersten Mal an die LFS, zunächst als Sachgebietsleiter „Katastrophenschutz/Sonderlehrgänge“ und ab 1993 als Abteilungsleiter „Einsatz und Führung“. Ab 1997 übernahm er das Amt des Bezirksbrandmeisters am Regierungspräsidium Stuttgart, wo er ab 1998 auch stellvertretender Referatsleiter 16 „Polizeirecht, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Kampfmittelbeseitigungsdienst“ war. „In dieser Zeit durfte ich das Feuerwehrwesen aus einer anderen Perspektive kennenlernen: von der Aufsicht und Beratung über die Begleitung schwieriger Lagen bis hin zur Zusammenarbeit mit den Landkreisen, Städten, Gemeinden und natürlich den Feuerwehren“, sagte Lieb rückblickend. Nach seinem Wechsel an die LFS erfolgte im Juni 2021 schließlich die Ernennung zum Leitenden Branddirektor.
„Frieder Lieb hat sich über Jahrzehnte im Feuerwehrwesen eingebracht und viele Prozesse mitgestaltet, nicht nur am Regierungspräsidium und an der Landesfeuerwehrschule, sondern auch in der Gremienarbeit und im Normungswesen. Herzlichen Dank an ihn für die geleistete Arbeit! Die Vielzahl der Gäste bei seiner Verabschiedung zeigt die Wertschätzung, die er bei den Führungskräften im baden-württembergischen Feuerwehrwesen und bei den Hilfsorganisationen genießt, zeigt gleichzeitig aber auch, welche zentrale Rolle die Landesfeuerwehrschule im Bevölkerungsschutz einnimmt“, sagte Landesbranddirektor Thomas Egelhaaf.
Wie hochgeschätzt Frieder Lieb bei Vertretern des Feuerwehrwesens, der gesamten Blaulichtfamilie und im Kreise der Mitarbeitenden ist, zeigte sich bei der Feierstunde zu seiner Verabschiedung. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg Michael Wegel überreichte ihm im Auftrag des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes Karl-Heinz Banse das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Mit der höchsten Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes würdigt dieser Liebs herausragende Verdienste um das Feuerwehrwesen und sein langjähriges Engagement.
Wegel, wie auch Andy Dorroch für die Arbeitsgemeinschaft der Kreisbrandmeister, lobten Lieb als fachlich versierten und erfahrenen Feuerwehrbeamten. Beide machten deutlich, wie er durch seine persönliche Verbundenheit mit den Feuerwehren die LFS geprägt habe.
Urs Kummer, Geschäftsführer der International Fire Academy im schweizerischen Balsthal, betonte die langjährige und sehr gute Kooperation zwischen den beiden Bildungseinrichtungen. Für die Mitarbeitenden der LFS bedankte sich Personalratsvorsitzender Kersten Wachter für den offenen und zielgerichteten Umgang mit der Personalvertretung. „Es ist mir ein Anliegen, mich bei Frieder Lieb für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zu bedanken. Auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen wünsche ich ihm für seinen wohlverdienten Ruhestand alles Gute, vor allem Gesundheit", so der bisherige Stellvertreter Christoph Slaby.